EMDR


Was bedeutet die Abkürzung „EMDR“ in der Traumatherapie?


EMDR leitet sich aus den Anfangsbuchstaben von „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“ ab, eine von Francine Shapiro in den USA entwickelte Behandlungsmethode für Betroffene von Psychotraumata mit Traumafolgestörung. Die EMDR-Bezeichnung geht ursprünglich auf die wechselseitige Stimulierung beider Hirnhälften mittels pendelnder Augenbewegung zurück.


Was hat es mit der wechselseitigen Stimulierung beider Gehirnhälften in der Traumatherapie auf sich?


Die Formulierung „sprachloses Entsetzen“ ist im deutschen Sprachgebrauch durchaus gängig. So umschreibt diese Formulierung doch das Phänomen, wenn ein Betroffener eines Traumas nur schwer in Worte fassen kann, was alles an innere Bilder zu einem psychischen Trauma aufkommt. Während neurologisch die Emotionen und Bilder vorwiegend in der rechten Gehirnhälfte verarbeitet werden, finden sich Sprache und logisches Denken vorwiegend in der linken Gehirnhälfte repräsentiert. Im Falle einer psychischen Traumatisierung scheint gerade diese Weiterleitung und Verarbeitung der Emotionen blockiert zu sein, so dass eine integrierende Verarbeitung des traumatischen Geschehens in die eigene Lebensbiographie wiederum erschwert wird.

Mittels EMDR lassen sich therapeutisch ihre eigenen Verarbeitungsprozesse nach psychischen Traumata unterstützen, indem durch abwechselnde Stimulation beider Gehirnhälften (sogenannte „bilaterale Stimulation“ z.B. durch bestimmte Augenbewegungen, wahlweise auch taktile oder akustische Reize) eine Synchronisation ihrer Hirnhemisphären unterstützt wird, während Sie sich auf das traumatische Erlebnis konzentrieren. Im weiteren therapeutischen Prozess verzeichnen Sie dann in der Regel eine Abnahme ihrer emotionalen Belastung im Hinblick auf ihre traumatische Erinnerung, einhergehend mit einer zunehmenden Integration ihrer mit dem Trauma verbundenen Empfindungen und Bilder.

Die EMDR-Methode ist seit dem 6. Juli 2006 laut Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie (§11 PsychThG) offiziell zur Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen bei Erwachsenen anerkannt.

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